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Upcycling – Nachhaltiges Design für die Wohnung und den Laufsteg – Fashion-Blog

Februar 15th, 2014

Worum geht es eigentlich beim Upcycling? Und wie unterscheidet es sich vom klassischen Recycling?

Das Wort Upcycling macht schon im eigentlichen Wortsinn ziemlich deutlich, dass etwas „Höheres“ sprich Hochwertigeres entstehen soll. Dieser Trend hat sich aus dem Bedürfnis entwickelt, Ressourcen zu schonen und sie nachhaltig wiederzuverwerten. Während beim Recycling wertvolle Materialien erst zerstört und danach durch zum Teil aufwändige Produktionsprozesse neue Dinge entstehen, wird beim Upcycling aus vorhandenem Material, ohne Zerstörung, etwas Neues erschaffen. Dieser Trend reduziert die Neuproduktion von Rohmaterial und ist damit energiesparend und umweltschonend. Mittlerweile hat das Upcycling in viele Bereiche Einzug gehalten. Vom Möbeldesign bis hin zur Mode – der verantwortungsvolle Umgang mit wertvollen Materialien ist hip und modern.

 

Nicht nur die Verwertung von Material in seinem eigentlichen Zweck spielt eine Rolle beim Upcycling, sondern auch die Zweckentfremdung. So wird beispielsweise aus einer alten abgetragenen Jeans ein stylishes Sofakissen oder ein Bezug für einen Polsterstuhl. Abgesägte Stuhllehnen finden sich an modernen Garberoben als Kleiderbügel wieder. Und alte, aussortierte Holzkleiderbügel, mutieren zu einer Schreibtischlampe oder einem Holgestell für einen Beistelltisch. Aus Papprollen werden Blumenvasen und Metalleimer hängen als Garderobe an der Wand. Der französische Designer Pierre Lota zeigt seine Ideen auf eindrucksvolle Weise auf www.pierrelota.com und bietet mit seinen anschaulichen Videos „1 objet en 1 minute“ wertvolle Tipps für Nachahmer. Mit einfachsten Mitteln und Werkzeugen, die in fast jedem Haushalt zu finden sind, lassen sich einzigartige und moderne Designobjekte herstellen.

Selbst auf der diesjährigen Fashion Week in Berlin liefen Models in „Upcycling-Mode“ über den Laufsteg. Mittlerweile gibt es Modelabels, die Upcycling-Designs in ihre Kollektionen integrieren. Bei rund 100.000 Tonnen Textil- und Bekleidungsabfall, die in Deutschland jährlich weggeworfen werden, wird deutlich, wie wichtig die Verwertung dieser Rohstoffe ist. Dazu fallen bei der Textilproduktion außerdem Stoffreste und Verschnitte an, die ebenso viel zu schade für den Müll sind. Nachhaltigkeit sowie die Umwelt und Ressourcen zu schonen, steht dabei für die meisten Designer im Vordergrund.

Einige Designer begreifen das Thema Upcycling als eine echte Kunstform. So arbeiten zum Beispiel die Berliner Designerinnen Eugenie Schmidt und Mariko Takahashi (http://www.schmidttakahashi.de) mit alten Kleidungstücken, die sie in Einzelteile zerlegen und wieder neu zusammensetzen. Besonderer Clou: Auf ihrer Website kann man nachverfolgen, was aus einem Kleidungsstück geworden ist, das man gespendet hat. Die Ergebnisse haben nichts mit Altkleiderverwertung zu tun, sondern stellen vielmehr innovatives und modernes Design dar, das man dazu mit gutem Gewissen tragen kann.